LinkedIn: Billige Kopie oder Original?

Neulich diskutierten wir mit einem Kunden über seine Content-Strategie auf LinkedIn und wie er über dieses Netzwerk aus seinen bereits bestehenden Kontakten Kunden generieren kann. Lange ging es in der Diskussion hin und her bis uns endlich klar wurde, warum wir auf keinen gemeinsamen Nenner kamen. In seinen Augen war LinkedIn die Business-Variante von Instagram und im Grunde wollte er dort auch den gleichen Content veröffentlichen.

Warum auch nicht, fragst du dich vielleicht zurecht. Immerhin wäre seine Marke bzw. seine Dienstleistung dieselbe und obendrein würde es eine Menge Zeit sparen, Beiträge zu duplizieren.

Gängig ist diese Methode in jedem Fall und auch wir gehen teilweise so vor. Allerdings immer bezogen auf Instagram und Facebook. Das funktioniert auch gut, denn auf diesen Plattformen sind die Menschen aus ähnlichen Beweggründen aktiv und reagieren daher auf den gleichen Content relativ ähnlich. 

Mit LinkedIn verhält es sich allerdings noch einmal gänzlich anders. Dieses Netzwerk stammt ursprünglich nicht aus der Kreativbranche wie zum Beispiel Instagram. Vielmehr hat LinkedIn einen klaren Businesshintergrund und ist insbesondere für die Pflege von Geschäftskontakten aufgesetzt worden. Nach und nach hat sich die Nutzung in den letzten Jahren ausgeweitet, sodass mittlerweile die Veröffentlichung von Inhalten mehr in den Vordergrund rückt.

Wenn man aus diesem Aspekt auf die Netzwerke schaut, ist auch ganz klar, warum es auf LinkedIn eines grundsätzlich anderen Contents bedarf als auf Instagram & Facebook. Unterschiedliche Herkunft = unterschiedliche Inhalte.

Aber was macht die Inhalte auf LinkedIn nun aus?

Auch bei LinkedIn werden Beiträge seit Urzeiten mit Bildern verknüpft. Hierbei liegt aber nicht der Fokus auf den Bildern (wie bei Instagram), sondern das jeweilige Bild dient nur zur Generierung von Aufmerksamkeit und zur emotionalen Bindung des Lesers. Damit ist bereits der Beginn der Kreation ein vollkommen anderer: Du kommst nicht über das Bild zum Text, sondern beginnst einen spannenden Text zu schreiben und unterstützt deine Botschaft lediglich durch ein passendes Bild.

Bei ebendiesen Texten unterscheidet LinkedIn zudem zwischen zwei verschiedenen Varianten: Beiträge und Artikel. Beide Varianten tippst du im Feld oben auf der Startseite deines Feeds ein, allerdings verfolgen beide eine andere Absicht. Beiträge sind vergleichbar mit einem Status auf Facebook. Hier teilst du aktuelle Gedanken, eine Veranstaltung, die du interessant findest oder spannende Artikel von Drittwebseiten, deiner eigenen Homepage o.ä.

Das Schreiben von Artikel ähnelt hingegen eher der Form eines Blogbeitrags, denn hier wird tatsächlich ein Artikel von dir erwartet. Es sind also längere Texte für deren Erstellung LinkedIn dir ein eigenes Tool zur Verfügung stellt: das Publishing. Hier gibst du Überschrift, Text und begleitende Bilder ein, kannst Zitate einfügen oder weiterführende Links veröffentlichen.

Wie funktioniert das Publishing?

Wenn du das erste Mal das Publishing-Tool von LinkedIn öffnest, wird dir sofort ganz groß der Platzhalter „Überschrift“ auffallen. Das ist auch richtig so, denn bei LinkedIn sind die Überschriften prägend für den Einfluss, den dein Beitrag oder Artikel erreicht. Warum? Auch hier kann man wieder den Vergleich mit Instagram bemühen: Auf Instagram lässt du vornehmlich das Bild sprechen und in der Caption versuchst du den Leser bereits in den ersten drei Zeilen abzuholen. 

Wie wir bereits festgestellt haben, sind Bilder auf LinkedIn nur ein stiller Begleiter für die emotionale Bindung, also muss die Hauptaussage über einen anderen Weg vermittelt werden. Hier kommt die Überschrift ins Spiel, mit der du den Leser auf deine Artikel oder Beiträge aufmerksam machst und zum Weiterlesen anregst. Ist deine Überschrift langweilig, gilt auch bei LinkedIn das „Overload-Prinzip“. Sehr viel Content führt zum Ausschlussverfahren: Schnell wird vom Leser weitergescrollt und dein Beitrag geht unter. 

Denke daher immer daran: Formuliere zunächst eine packende Überschrift und dann den dazugehörigen Text. Wenn das nicht möglichst ist, solltest du dich fragen, ob der Text überhaupt schreibenswert ist.

Ist das Thema spannend für dein Netzwerk?

Das Schreiben von Beiträgen und Artikeln auf LinkedIn sollte nicht dem reinen Zeitvertreib dienen. Vielmehr sollen diese dir dabei helfen, dein Unternehmen bekannter zu machen, zum Austausch und eventuell sogar zum Kauf anzuregen. Das funktioniert allerdings nur, wenn du dich thematisch auf einer Linie mit deinem Netzwerk bewegst.

Auf jeder Plattform reden wir über den Mehrwert. Frei nach dem Motto: Entweder du schaffst mit deinem Beitrag Mehrwert oder du lässt es bitte einfach sein. An diesem Motto gilt es sich auch bei LinkedIn zu orientieren, denn ohne Mehrwert ist dein Beitrag nur ein weiteres Körnchen am Strand. Denke bei der Themenplanung aber auch immer an den Unterschied zwischen dem, was du als Mehrwert empfindest und dem, was dein Netzwerk tatsächlich für wertvoll ansieht. Das ist nicht immer das gleiche.

Es ist verlockend, bei Trends mitzumachen und wenn gerade alle über ein Thema diskutieren (z.B. die Vorteile des Homeoffice zu Beginn der Coronakrise) ist man selbst auch schnell dabei. Aber Vorsicht: Wichtig ist, der eigenen Linie treu zu bleiben. Das heißt, in den eigenen Beiträgen/ Artikel bei den spezifischen und mehrwertbringenden Themen zu bleiben. Anstatt zu versuchen auf den Zug aufzuspringen und die gerade trendenden Hashtags in eigenen Beiträgen zu nutzen, lieber einen Moment Ruhe bewahren. Nutze diese Gesprächsthemen lieber, um Interaktion zu zeigen und bringe deine Meinung statt in eigenen Artikeln, lieber über Kommentare unter Fremdbeiträgen ein. Vielleicht ergeben sich dadurch spannende Diskussionen und sogar neue Kontakte. Wer weiß das schon.

In Summe wollen wir dir mit diesem Beitrag vor allem eines mitgeben. LinkedIn ist ein großartiges weiteres Netzwerk, um deine geschäftlichen Kontakte auszubauen und diese zu pflegen. Es lässt sich hervorragend nutzen, um relevante Informationen und Meinungen zu veröffentlichen, sollte aber nicht als zweites Instagram verstanden werden. Du möchtest herausfinden, wie du dein bestehendes LinkedIn Netzwerk optimal nutzen kannst? Buche hier ein unverbindliches Gespräch und wir werfen gemeinsam einen Blick hinter die Fassade.

Menü